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22.10.2017
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Episoden Kommentare

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Luzifers Schüler  
Tonio
22.10.2017 00:00:41
 
Columbo doziert! Ist doch schön, dass man das, was er sowieso gelegentlich gern tut, mal offiziell macht. Da passt es auch besser. Und es hat nicht einmal den Hang zum Überzogenen. Grad dass die Folge eigentlich nur mit einem Etappen- sowie Teilsieg endet, was der Web-Bewerter geringfügig kritisch sieht, ist mir eine hochsympathische Abwechslung – kratzt die Folge doch (ohne das Gesetz der Serie zu verleugnen) geringfügig am Muster, nach dem Columbo immer gewinnt. Grad bei den arroganten Tätern genießt er, der Humanist, es gelegentlich ein wenig zu sehr, sie in die Schranken zu verweisen. Hier hingegen kann er sich das nicht leisten, hatte tatsächlich ein wenig Glück, wird wohl nie hinter das Motiv kommen – und die Drohung, dass der einflussreiche Vater des einen Mörders ihn und seinen Freund wieder raushauen könne, wirkt nicht mal unrealistisch: Die wieder einmal effektive, wenn auch aus „Meine Tote, Deine Tote“ bekannte Falle mag tatsächlich dazu führen, dass dadurch erlangte Beweise vor Gericht nicht verwertbar sind. Und der Rausschmiss vom College würde dann ebenfalls nicht erfolgen, weil der Mann, der von illegal beschafften Testergebnissen wusste, tot ist. Und das, obwohl es kaum eine Folge gibt, bei der wir den Tätern mehr gegönnt hätten, dass der Inspektor ihnen kräftig eins auswischt. Ihr Verhöhnen des Ermittlers ist beispiellos, übrigens an einer Stelle mit einer wunderbaren Falk-Columbo-Imitation von einem der beiden. Daneben gibt’s diverse Kult-Motive, diesmal vor allem das Auto betreffend, bei dem man es nicht mit dem stotterigen Fahren übertreiben muss – die Existenz des Gefährts in „unpassender Umgebung“ reicht schon und führt zu herrlichen Kabinettstückchen wie der Autoschlüssel-Szene mit dem Parkwächter. Etwas seltsam ist, dass so aalglatte Täter dem Inspektor dann doch massive Imperfektionen hinterlassen, ein Beispiel: Das Opfer wurde zu einer bestimmten Zeit zum Tatort gelockt, um sich angeblich in einem Restaurant mit dem Vater eines der Täter zu treffen; der Vater kann davon aber nichts wissen, ist also dort auch nie aufgetaucht. Letztlich hat das aber Methode, denn mehr denn je ist des Inspektors Schwierigkeit nicht, die Täter zu ermitteln, sondern sie derart festzunageln, dass ihm nicht ein geballter Apparat von Geld, Macht und Lobbymuskeln in die Kandare fährt. Obwohl wir am Ende nicht genau wissen können, ob er das erreicht hat, geht er konsequent vor: Er bohrt diesmal erst gar nicht mit seinen Fragen nach, sondern wiegt die Täter in Sicherheit. Er hatte ja auch in seiner Gastvorlesung gesagt, ein Ermittler sollte nie zuviel reden. Ein für Columbo, der jedem am liebsten die ganze Familiengeschichte erzählt, etwas seltsamer Vorschlag, aber er meint, man solle nie zu viel VOM ERMITTLUNGSSTAND VERRATEN. Und genau dies tut er – wie Michael Striss in seinem Columbo-Buch herausgearbeitet hat, in schönster Tradition Dostojewskis, bei dem der Kommissar in „Schuld und Sühne“ ebenfalls meint, wenn man den Täter ermittelt habe und dieser sich sicher fühle, könne man es ruhig noch eine Weile dabei belassen… Insgesamt 8 von 9. Die Arroganz der Täter ist vielleicht etwas dick aufgetragen, schon am Anfang durch Insignien wie laute Musik, protziges Gehabe, protzige Karre, das sorglose Schwängern und Abtreibenlassen am Fließband… Aber insgesamt eine der besseren Folgen, ganz klar! Und eben vor allem mit ungewöhnlichem und darin – meines Erachtens – anspruchsvollerem, weil ambivalenterem und beunruhigenderem Ende.

Tödliches Comeback  
Tonio
21.10.2017 23:59:30
 
Eine dieser grandiosen „Hollywood-Episoden“, die auch noch damit brilliert, dass ein gealterter Star einen gealterten Star spielt. Was in dem ebenfalls gelungenen „Klatsch kann tödlich sein“ mit Anne Baxter begann, wird hier noch konsequenter mit Janet Leigh auf den Punkt gebracht und endet mit einem sehr berührenden wie ungewöhnlichen Finale, das aber zu Columbos Wesen passt. Das Detektivische sowie ein paar Kultmotive kommen ebenfalls nicht zu kurz, zudem ist das alles mit dem psychologischen Drama aufs Beste verwoben. Ganz weit oben, 9 von 9 Punkten, wobei ich den einzigen Mini-Einwand gleich mal vorab erwähne: Wieder einmal geht es um einen als Selbstmord getarnten Mord. Da aufgrund eines Todeskrampfes der Hand des Opfers klar ist, dass dieses die Pistole beim Schuss selbst gehalten hat, muss Columbo darauf kommen, dass die Täterin die Waffe nicht erst nach, sondern bei der Tat dem Opfer in die Hand gegeben hat. Das Opfer muss also betäubt gewesen sein. Somit hätte nahegelegen, dass Columbo eine Obduktion anordnet und sich aufgrund des Ergebnisses fragt: Wieso wirft sich jemand eine betäubende, aber nicht tödliche Überdosis Schlaftabletten ein und kann sich anschließend noch erschießen? Aber das sind Peanuts. Worum geht es nun wirklich? Bei Columbo geht es öfter einmal um Menschen, die auch als Täter im Grunde Opfer ihrer egozentrischen, verengten Sichtweise sind, die unter einer Glasglocke, in einer Illusionswelt leben und in bemerkenswertem Tunnelblick diese zwanghaft mit der realen Welt verwechseln. Und um Menschen, die im realen Leben Theater spielen, die ganz gezielt etwas „inszenieren“, sich selbst, den Mord, die falschen Spuren. Manchmal kommt beides zusammen, so natürlich hier. Dabei scheint Janet Leigh im direkten Vergleich zu der immer im Understatement sehr nuancierten Anne Baxter zunächst abzufallen. Mit ihrem fast schon hysterischen Gefasel von einem Musical-Comeback nervt sie gewaltig, und sie sieht nicht gut aus, was vor allem die Schuld des Kostümbildners ist. Die Dame in einem halbseitig schulterfreien Kleid, da sieht man schonungslos, dass sie nur Haut und Knochen ist, Knochen vor allem. Dies dürfte aber ein bewusster Akzent sein. Solche ein Kleid wird sie nie wieder tragen, und rückschauend zeigt die Szene eindrucksvoll, wie sehr sie Gefangene ihres Traumes ist und wie realitätsfern dieser ist. Dazu passt, dass ihr das Drehbuch eine Krankheit andichtet, die ihr Kurzzeitgedächtnis Aussetzer machen lässt, während das Langzeitgedächtnis noch tadellos ist. Erstens ist das wunderbar dargestellt, merken wir doch schon vor der Lüftung dieses Geheimnisses, dass die Dame seltsame Aussetzer hat (ohne dass es Dialoge und Mimik der Leigh zu holzhammerartig vorführen). Zweitens ist das natürlich auch ein kongeniales Sinnbild für das Leben in der ruhmreichen Vergangenheit und das Ignorieren des Heute. Soll man so einem Menschen die Illusion rauben? Am Ende offenbart sich zudem noch eine wunderschöne, wenn auch einseitige Liebesgeschichte, von der auch unser Ermittler nicht ungerührt ist, sodass er mit dem Liebenden einen illegalen Pakt schließt. Darf man das? Manche kritisieren dies. Man sollte aber bedenken, dass das nur Fernsehen ist und es zahlreiche Folgen gibt, in denen Columbo mit juristisch unsauberen Mitteln arbeitet – allein die gefälschten Beweise aus diversen Folgen und die schon etwas krasse Zusammenarbeit mit einem Mafiaboss in „Seltsame Bettgenossen“! Columbo ist nicht nur unbeirrbar, sondern auch Moralist und Humanist, und er hat Herz. So ließ er Ruth Gordon, für die er durchaus Sympathie hegte, nicht entkommen, obwohl von ihr als alter Frau keine Gefahr mehr ausging – aber weil sie ums Entkommenlassen ersucht und mit ihrer altersbedingten Gefahrlosigkeit kokettiert hatte. Berücksichtigt man dies, ist der Ausgang der vorliegenden Folge nicht nur hochemotional, sondern auch stringent und sympathisch.

Auch Details am Rande sind äußerst gelungen: Könnte man den Gag, dass Columbo sich vor dem Schießtraining seit Jahren drückt, nicht auch als parodistische Anspielung auf ein ebenfalls dysfunktionales Kurzzeit- bei perfektem Langzeitgedächtnis deuten, nach dem Motto: „Das hab ich doch schon bei der Ausbildung gemacht“? Ferner wird das Leben in der Illusion dadurch zum Ausdruck gebracht, dass sich der Leigh-Charakter ständig alte Filme mit sich selbst ansieht, was zudem perfekt mit dem Mord sowie der Detektion verknüpft wird. Und ihr Ex-Tanzpartner bringt den Unterschied zwischen Kunst und Leben herrlich sarkastisch auf den Punkt, wobei er dafür sorgt, dass das „falsche Leben“ auch positiv zu würdigen ist und Kunst von Können kommt (dito die Tanzproben, in denen der Leigh-Charakter auf die harte Wirklichkeit prallt): Wenn Columbo zwei linke Füße habe und nicht tanzen könne, möge er Kritiker werden („Kritiker sind wie Eunuchen. Sie wissen, wie es geht, aber sie können’s nicht“, heißt es gelegentlich sinngemäß unter Künstlern). Schließlich fallen Details auf wie das, dass Leigh, tänzerisch nicht mehr auf der Höhe, noch perfekt im figurbetonten Gymnastikanzug katzengleich schleichen und vom Balkon über einen Baum hinabklettern kann, woran Columbo übrigens im wahrsten Sinne des Wortes krachend scheitert. Für die Kunst tut sie alles, für die Kunst begeht sie den Mord, für den Mord kann sie sowas noch perfekt. Die schnittlose Szene zeigt übrigens, dass die Leigh sich nicht doubeln ließ!

Doch wie gesagt, die Fassade bekommt Risse, die zunächst unsympathische Leigh wird sympathisch oder zumindest bemitleidenswert, ihr Spiel und ihre Kostüme werden zurückgenommener, die Kamera betont nicht mehr den exaltierten Körper, sondern das wehmütige, nun mit nuancierterer Mimik auskommende Gesicht. Und sogar der typische Arrogante, der von Columbo zunehmend genervt ist, bekommt Herz und Seele, worauf Columbo am Ende auch auf wie gesagt sehr berührende Weise eingehen wird. Und dennoch ist er nicht „ein ganz anderer“, sondern ist dieser Fall wie für ihn gemacht, indem er eine Seite an ihm besonders hervorhebt, die aber erkennbar immer schon da war. Das Ganze ist ebenfalls hervorragend in den nicht so leicht als „handwerklich“ kleinzuredenden filmischen Tugenden wie Ausstattung, Kostüme, Kamera, Schauspielführung, Dekor, Beleuchtung. Eine der besten Folgen!

Mord in der Botschaft  
chrissi
20.10.2017 09:13:21
 
Wie schaut das eigentlich rechtlich aus wenn in einer Botschaft ein Mord passiert. Darf da das Gastgeberland überhaupt ermitteln oder wird das intern geklärt. Welche Befugnisse hat da eine fremde Polizei überhaupt.

Das Aschenpuzzle  
Gast:
19.10.2017 13:31:58
 
Beim beim abwischen des Lippenstifts blinzelt der Tote mit dem linken Auge.

Ruhe sanft, Mrs. Columbo  
Tonio
19.10.2017 05:21:53
 
Die Episode schlägt sogleich eine Dramatik ein, die fasziniert und elektrisiert: Die Folge traut sich offenkundig was und „dringt ein“. Nicht nur in uns, sondern auch in die Figur des Columbo. Das lässt ihn uns einerseits näherkommen, schmerzt aber auch (ihn wie uns). Damit werden gleichzeitig das Gesetz der Serie bedient und ausgetretene Pfade verlassen, damit dringen wir tatsächlich tiefer zu Columbo vor. Dass das gleichzeitig nicht zum peinlichen Seelenstriptease vieler Tatort-Kommissare verkommt, erschließt sich ganz genau erst am Ende. Geschickt suggeriert die Folge den einen oder anderen Tabubruch, der dann doch ausbleibt. Doch zurück zum Anfang in einem Rückblendenfilm. Geradezu elektrisiert war ich ob der Hommage an einen Filmklassiker, den ich heiß und innig liebe, der aber den Sprung in den Olymp der Filmgeschichte verpasst hat: „Die barfüßige Gräfin“ (USA 1954) von Joseph L. Mankiewicz. Dieser geniale Erzähler schuf das Porträt einer Frau in Rückblenden von ihrer Beerdigung ausgehend. Es regnete, und damals hatte Humphrey Bogart, wie jetzt Columbo, als einziger keinen Schirm und wirkte auch handlungsbedingt wie ein begossener Pudel. Dann auch noch die Rückblenden aus verschiedenen Perspektiven in beiden Filmen – das kann doch kaum ein Zufall sein? Leider zeigt sich bei der schönen Idee, dass die Episode erzähltechnisch mit der „Gräfin“ nicht mithalten kann, dem einzigen mir bekannten Film, in dem das Gesetz eingehalten wird, dass rückblickend nur das erzählt wird, was der Erzähler auch wissen kann. Das ergibt grad bei den Perspektivwechseln ein faszinierendes Puzzle. Hier hingegen: Jede Menge Brüche mit dieser Erzähllogik. Während bei Mankiewicz das multiperspektivische Vorgehen als kongeniale Vermittlung einer nur im und durch den Blick der anderen existierenden Hauptfigur geradezu zwingend erscheint, ist es hier letztlich Täuschung. Nett, aber überflüssig und irgendwie auch falsch. Es sind zwar verschiedene Personen, die – wie auch bei der „Gräfin“ durch einen inneren Monolog – die Rückblenden einleiten. Aber dann kommt dieselbe Geschichte. Zudem hätte man Columbo selbst als Rückblickenden gebraucht, da streng genommen nur er uns den typischen Informationsvorsprung hätte vermitteln können, den es natürlich auch hier gibt. Dass wir gleichwohl eine diesmal besonders trickreiche Auflösung nicht kennen und bzgl. gewisser Details sogar gezielt an der Nase herumgeführt werden, erhöht das Vergnügen nur. Eine insgesamt gelungene Episode, die auch ansonsten die Tugend mancher der späteren Folgen pflegt, wagemutig zu sein, z.B. auch mal optisch expressiv und ungewöhnlich zu sein wie etwa in dem traurig-schönen „Totentanz“ der Täterin, in dem sie ein Dia des verstorbenen Gatten auf sich selbst projiziert. Während es früher manche Folge gab, die „nichts falsch machte“ und die wirklich gut war, ist dies eine, die manchmal großartig ist, sich in ihrem Mankiewicz-Tribut aber geringfügig verhebt. Jeder möge selbst beurteilen, ob ein Film besser ist, wenn er die nicht ganz so hohe Messlatte bravourös meistert, oder, wie hier, wenn er die extrem hoch gelegte Messlatte knapp verfehlt. Sehr knapp. Phasenweise geradezu begeisternd und locker 8 von 9.

Meine Tote - Deine Tote  
Tonio
18.10.2017 10:13:24
 
Eine hervorragende Folge, der ich nur deswegen nicht 9 Punkte gebe, weil diese Note für die Folgen reserviert ist, die mich aus meist subjektiven Gründen ganz besonders berühren. Gelungen ist das Ganze vor allem in der Entwicklung. Gleich mehrmals mutmaßte ich, dass das nur guter Durchschnitt würde, aber der Film baut darauf so geschickt auf wie der Ermittler auf dem Glauben der Täters, es mit einem höchstens gut durchschnittlichen Cop zu tun zu haben. Zunächst einmal: Mord im Affekt – oft eine schlechte Voraussetzung, da dann noch so gute Vertuschungsversuche zum Scheitern verurteilt sind (ich liebe hingegen #4). Von dem sehr labil wirkenden Mann erwarten wir kaum die Nähe der Perfektion, die für Columbo eine angemessene Herausforderung ist. Die gibt’s dann aber doch durch einen gewieften Partner in Crime, der im Folgenden mit zwei geschickten Überraschungen aufwartet: Zum einen ist er Columbos Vorgesetzter und zum anderen kommt es zu einem zweiten Mord, und der ist nun wirklich extrem gewieft, vor allem in der Weise, in der der Täter vermeintlich unschuldig ist. Etwas ganz Besonderes, wie schon in der Kreuzfahrt-Episode, ebenfalls von Peter S. Fischer geschrieben: Während dort die Ermittlungstechnik begrenzt war, kann nun der Täter einerseits Columbo unter Druck setzen, andererseits die Macht des Polizeiapparates nutzen, um falsche Fährten effektvoll zu legen. Dementsprechend hat Columbo am Ende eine ausgeklügelte Falle, die im Wettbewerb um die besten Fallen ganz weit oben stünde: Auch hier denken wir zunächst, sie sei nicht besonders originell, da der Erpressungsversuch eines Einbrechers offenkundig von Columbo inszeniert ist. Aber falls Sie die Folge noch nicht gesehen haben: Das steigert sich, und wie! Von den Nebenelementen, die ein wenig über Columbo verraten, gefällt besonders die Figur des Einbrechers, dem die Morde in die Schuhe geschoben werden sollen: Eigentlich ein „Aso“, der wenig freundlich mit seiner Frau schimpft und sich auch zu seinem Gewohnheitsverbrechertum bekennt, aber der in seiner Ganovenehre (Profi-Einbruch ja, Mord nein) Sympathiepunkte sammeln kann. Und Schmunzelpunkte, wenn er in Columbos Anwesenheit – der Darsteller macht das mit sichtlicher Spielfreude und Humor – die Titulierung der Gattin als „Schlampe“ zurücknimmt. Columbo erweist sich wieder einmal dadurch als sympathisch, dass er zielgerichtet ermittelt und „nicht das Einbruchsdezernat“ sei, sondern sich den Mann zum Partner macht und ihn respektiert, da der Einbrecher ihm helfen kann. Hierbei ist, obwohl der Mann am Ende freiwillig wieder in den Knast gehen wird, das „Professionelle“ seines Tuns sogar positiv konnotiert: Nur der falsche Einbrecher ließe falschen Schmuck mitgehen, der echte hätte das – so diese Figur nicht ohne Stolz – natürlich noch am Tatort bemerkt und die Steine liegenlassen. Ein wichtiger Hinweis für Columbo bei der Aufklärung des Mordes…

Teuflische Intelligenz  
Tonio
18.10.2017 10:13:24
 
Eine Folge mit allem, was dazugehört, Kultfaktor mit Auto und endlich mal wieder Hund Hund, lediglich die eigentlich idiotische Idee, Columbos Notizblock durch ein Diktiergerät zu ersetzen, wirkt leicht überzogen. Ansonsten vom Feinsten: mit (Alt-)Starpower (Jose Ferrer und Lew Ayres) und in einem Columbo-angemessenen Umfeld von Superintelligenten, die ihm nicht nur Schwierigkeiten bereiten und sich ihm überlegen fühlen, sondern bei denen es auch menschelt: Anhand einer Figur werden Gewissensnöte anlässlich des in den letzten Jahren brandaktuell gewordenen Themas „Wissenschaftsplagiate“ verhandelt, und ein geniales Kind möchte auch mal Kind sein. Wunderbare Chemie zwischen dem Ermittler und wirklich allen Figuren, auch einer sympathischen Psychologin, deren ethische Konflikte auch die Ermittlungen zu stören drohen. Selbst noch beim Mörder zeigt sich, dass diese Folge das Kriminalistische und das Menschlich-Psychologische wunderbar verbindet (m.E. besser als der von vielen geliebte „Wein ist dicker als Blut“): Der Täter ist von gewohnter überheblicher wie (weitgehend) cleverer Art, hat aber eine verständliche Schwäche, bei der Columbo ihn packen wird. Darauf Zigarren für den (Instituts-)Chef, als wunderbare Wiederholung der Wein-Schlussszene aus „Wein ist dicker als Blut“, zudem sehr gut im Drehbuch vorbereitet, da der Ermittler die geschenkte Kubanische „für eine besondere Gelegenheit“ aufheben wollte. 8 von 9

Mord nach Termin  
Tonio
15.10.2017 10:12:42
 
Eine von Winzigkeiten abgesehen sehr gute Folge. Columbo wird maximal herausgefordert von einem Täter, der als gerissener Strafverteidiger alle Tricks kennt und bei dem Versuch, einen Mord als Selbstmord zu tarnen, darum auch schlauer vorgeht als die Täter in älteren, vergleichbaren Folgen (sogar dem Einwand in einer vorherigen Folge, dass keine Schmauchspuren auf der Hand des Opfers seien, wird Rechnung getragen!). Dass schon zu Beginn herauskommt, dass es doch einen Fehler gab, ist erstaunlicherweise geschickt: Zum einen wirkt Columbos Verdacht und sein darauf folgendes Ermitteln nicht konstruiert, zum anderen können wir empathischer mit Columbo mitfiebern, wie er es anstellen wird, zum Dritten schließlich wird es ihm und uns umgekehrt nicht zu leicht, da mal wieder die Beweise fehlen. Dass der finale Beweis dann doch ein wenig überraschend kommt, kann das Vergnügen nur ganz unwesentlich mindern, zumal auch dieser mit etwas zu tun hat, was schon am Anfang vorkommt, dort aber als eine von Columbos üblichen Schrullen abgetan wird (Käse!). Ein wenig schade nur, dass dadurch ein anderes Element liegengelassen wird: Wie lautete eigentlich der zweite Witz, den das Opfer seiner Gattin faxen wollte, wo doch der uns bekannte erste etwas unwahrscheinlich (aber keinesfalls ausgeschlossen) erscheinen lässt, dass der Absender sich hiernach die Kugel gibt? War es einfach nur ein Witz oder ein verräterischer Hinweis? Hier baut der Film eine Erwartungshaltung auf, die er nicht einlöst. Für ihn spricht, dass er das natürlich ganz genau weiß. Damit ist er uns, wie Columbo dem Täter, um einen Schritt voraus. 8 von 9. Mit Columbo-Veteran Patrick McGoohan als Mörder-Darsteller und Regisseur. Und mit jeder Menge guter Dialoge, die uns wiederum verschiedene Facetten von Columbos Wesen vor Augen führen, beispielsweise wenn er sich das damals neuartige Verschicken eines Faxes erläutern lässt und vielleicht auch manche von uns sich noch nie Gedanken darüber gemacht haben, dass das so heißt, weil der Empfänger natürlich nicht den Originalbrief, sondern nur ein Faksimlie erhält.
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